Ölheizung kaufen: Vorteile, Nachteile und Kosten im Überblick

Die Ölheizung verursacht im Haushalt mitunter die höchsten CO2-Emissionen. Durch den steigenden CO2-Preis im nationalen Emissionshandel werden die fossilen Brennstoffe zunehmend teurer. Dies macht den Wechsel zu erneuerbaren Energien immer attraktiver, doch auch wenn viele Politiker und Energieexperten das Heizen mit Öl schon abgeschrieben haben, gibt es zumindest im Altbau noch ein paar gute Gründe, die dafür sprechen, weiterhin auf die Brennwerttechnik der Ölheizung zu setzen. Durch die Umsetzung von Effizienzmaßnahmen am Gebäude, Hybrid-Modellen und die Modernisierung der Heizungstechnik können die CO2-Emissionen gesenkt werden, um mehr zum Schutz des Klimas beizutragen und gleichzeitig die eigenen Heizkosten zu senken. In diesem Artikel geben wir Ihnen einen ausführlichen Überblick über Vor- und Nachteile von Ölheizungen sowie über die anfallenden Kosten.


Ölheizung kaufen: Die Vorteile

Ölheizungen waren lange Zeit der gängige Standard in deutschen Haushalten und werden bis heute vielerorts verwendet. Eine Ölheizung punktet mit vergleichsweise geringen Anschaffungskosten. Auch die Kosten für die Installation einer Ölheizung sind oft niedriger als bei alternativen Optionen wie einer Gasheizung oder einer Wärmepumpe. Dies liegt zum Teil an der weit verbreiteten Verfügbarkeit von Heizöl als Brennstoff und an der relativ einfachen Brennwerttechnologie, die bei der Verbrennung von Öl zum Einsatz kommt.

Die Ölheizung zeichnet sich auch durch ihre Zuverlässigkeit und lange Lebensdauer aus, denn die Heizanlage soll bei regelmäßiger Pflege und hochwertigen Komponenten im Durchschnitt mindestens 20 Jahre lang verwendet werden können, bevor ein Austausch erforderlich ist. Ein weiterer Vorteil der Ölheizung ist, dass sie auch als Öl-Hybridheizung verwendet werden kann, indem sie mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie oder einer Wärmepumpe kombiniert wird. Durch die Kombination mit nachhaltigen Wärmeerzeugern sinken der Brennstoffverbrauch und der CO2-Ausstoß.

 

Ölheizung kaufen: Die Nachteile

Eine Ölheizung hat allerdings nicht nur Vorteile. Sie benötigt beispielsweise viel Platz für den Öltank und muss regelmäßig gewartet und gereinigt werden, damit sie ihren optimalen Wirkungsgrad erreichen kann. Wer mit Heizöl heizt, ist außerdem abhängig von den schwankenden Heizölpreisen auf dem Heizölmarkt, die beeinflusst werden von vielen verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise politischen Krisen oder der Lage auf den Ölfeldern.

Zudem wird seit 2021 zusätzlich eine CO2-Steuer auf Öl erhoben, die jährlich steigen soll. Die Kosten für den Einbau einer Heizölheizung oder eines Ölkessels werden darüber hinaus vom Staat nicht subventioniert. Gemäß aktuellen politischen Entscheidungen gibt es aber einen weitreichenden Bestandsschutz für Ölheizungen, insbesondere in selbst genutzten Immobilien. Auch ab 2026 ist demnach kein Verbot von Ölheizungen durch das Klimaschutzprogramm vorgesehen. Außerdem steht bis Ende 2025 einer Modernisierung von „Öl auf Öl“ nichts im Wege, da es kein prinzipielles Verbot von Ölheizungen geben wird und bestehende Anlagen weiterhin betrieben werden dürfen.

Der Einbau von neuen Ölkesseln ist ab 2024 allerdings nicht mehr überall erlaubt. Immerhin dürfen Ölheizungen jedoch bis Ende des Jahres 2023 weiterhin eingebaut und in Betrieb genommen werden. Unabhängig davon bleiben aber die unbestritten schlechte Klimabilanz von Öl sowie seine begrenzte Verfügbarkeit als fossiler Brennstoff natürlich Nachteile für diese Heizvariante. Außerdem ist die Brennwerttechnik dieser Heizungsform etwas veraltet. Jeder, der eine Ölheizung betreibt, sollte sich über die Umweltbelastung durch die entstehenden CO2-Emissionen im Klaren sein und überprüfen, ob der Umstieg auf ein nachhaltigeres System oder ein Hybrid-Modell nicht eine bessere Option wäre. Um dies herauszufinden, empfehlen wir Ihnen das Hinzuziehen eines Experten, der Sie zu Ihrer individuellen Situation beraten kann.

 

Kosten von Ölheizungen

Die Kosten einer Ölheizung lassen sich in verbrauchsgebundene und nicht verbrauchsgebundene Betriebskosten unterteilen. Zu den verbrauchsgebundenen Kosten zählen die Brennstoff- sowie die Stromkosten für den Betrieb des Kessels und der Umwälzpumpen. Die nicht verbrauchsgebundenen Kosten umfassen Ausgaben, die erforderlich sind, um den reibungslosen Betrieb der Ölheizung über die gesamte Lebensdauer sicherzustellen. Hierzu gehören beispielsweise Reparatur- und Wartungskosten sowie Versicherungskosten für potenzielle Risiken wie Leckagen des Heizöltanks oder Schäden am Brennwertkessel. Um eventuell hohe Reparaturkosten stemmen zu können, legen viele Verbraucher von Anfang an Rücklagen für solche Notfälle an. Auch die Kosten für den Schornsteinfeger fallen in diese Kategorie.

Der Heizölverbrauch einer Ölheizung wird maßgeblich vom Baujahr der Heizung, dem energetischen Zustand des Gebäudes, der Witterung und dem individuellen Nutzerverhalten beeinflusst. Ältere Heizungstechnologien und weniger energetisch effiziente Gebäude führen in der Regel zu einem höheren Verbrauch mit schlechterem Wirkungsgrad. Möchten Sie mit einer Ölheizung heizen, sollten Sie zudem mit folgenden Kosten rechnen:

Anschaffungskosten 

Der größte, einmalige Kostenfaktor sind die Anschaffungskosten, die je nach Technologie, Leistungsklasse und Qualität der gewählten Heizanlage variieren. Für eine vierköpfige Familie mit einem geschätzten Verbrauch von etwa 40.000 kWh belaufen sich die Kosten für eine Ölheizung auf etwa 8.000 bis 10.000 €. In diesen Kosten sind der Öltank, die Brennwerttechnik (wie beispielsweise der Brennwertkessel), eventuelle Schornsteinsanierungen sowie die Installation enthalten.

Betriebskosten 

Ein weiterer entscheidender Kostenfaktor bei einer Heizölheizung sind zweifellos die Heizkosten. Diese setzen sich aus dem Verbrauch von Heizöl und den Heizölpreisen zusammen. Beim Kauf einer neuen Ölheizung ist vor allem der jährliche Heizölverbrauch von großer Bedeutung, um die wirtschaftliche Rentabilität der Investition einschätzen zu können. Bei einem Einfamilienhaus geht man im Durchschnitt von einem Heizölverbrauch von etwa 15 Litern pro Quadratmeter im Jahr aus, einschließlich Warmwasser. Wenn Heizöl ausschließlich zum Heizen verwendet wird, reduziert sich der Durchschnittswert auf etwa 13 Liter. Allerdings hängt der tatsächliche Verbrauch von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise dem technischen Zustand der Heizung und der richtigen Temperatureinstellung. Auch die Dämmung und die Beschaffenheit des Hauses spielen eine wichtige Rolle in Bezug auf den Verbrauch.

Bei vielen Fachhändlern, die Ölheizungen verkaufen und installieren, werden Wartungsverträge für die gesamte Betriebsdauer der Anlage angeboten. Die regelmäßige Wartung einer Ölheizung ist unerlässlich damit die Heizung nicht nur langlebig ist, sondern auch möglichst effizient arbeitet, denn eine gut gewartete Heizungsanlage kann zu Einsparungen bei den Heizkosten führen. Die Kosten für einen Wartungsvertrag liegen etwa bei bis zu 200 Euro pro Jahr. Zu den typischen Wartungsarbeiten gehören: 

  • Prüfen der Anlage auf Korrosionsschäden: Dies beinhaltet die Inspektion der Heizungsanlage, um Rost oder andere Korrosionsschäden zu erkennen. Korrosion kann zu Lecks oder anderen Funktionsstörungen führen und sollte frühzeitig behoben werden.

  • Austausch von Neutralisationsgranulat: Ölheizungen erzeugen bei der Verbrennung saure Abgase, die neutralisiert werden müssen, um die Umwelt besser zu schützen. Das Neutralisationsgranulat in der Anlage wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf ausgetauscht, um eine ordnungsgemäße Neutralisation sicherzustellen.

  • Sonstige Reparaturen: Im Laufe der Zeit kann bei einer Ölheizung ein Austausch kleinerer Verschleißteile wie Düsen und Filter erforderlich werden. Der Wartungsvertrag deckt den Ersatz solcher Teile ab, um die effiziente und sichere Funktion der Heizungsanlage aufrechtzuerhalten.

 

Kosten von Ölheizungen im Vergleich zu anderen Heizsystemen

Bei den Kosten einer Ölheizung im Vergleich zu anderen Heizsystemen gibt es einige wichtige Aspekte zu beachten: Zunächst einmal sind die Anschaffungskosten einer Ölheizung in der Regel niedriger als bei alternativen Systemen wie beispielsweise einer Wärmepumpe oder bei Solarthermie. Allerdings sind die Heizölpreise volatil und können stark schwanken, was Auswirkungen auf die Betriebskosten hat. Zudem sind die verbrauchsgebundenen Kosten einer Ölheizung durch den Ölverbrauch und die Stromkosten höher als bei einigen anderen Heizsystemen. In Bezug auf den Klimaschutz und die Umweltauswirkungen haben Ölheizungen im Vergleich zu klimafreundlicheren Alternativen wie Wärmepumpen oder Biomasseheizungen einen höheren CO2-Ausstoß. Bei der Entscheidung für ein Heizsystem sollten Sie daher sowohl die Kosten als auch die Umweltauswirkungen sowie Ihre individuellen Möglichkeiten sorgfältig abwägen.

 

Fazit: Für wen lohnt sich der Ölheizungskauf noch?

Zusammenfassend bieten Ölheizungen sowohl Vor- als auch Nachteile. Die Anschaffungskosten einer Ölheizung sind oft niedriger im Vergleich zu alternativen Heizsystemen, und die vorhandene Infrastruktur erleichtert den Einbau von Heizkesseln. Allerdings sind die Betriebskosten, abhängig von den schwankenden Heizölpreisen, und die verbrauchsgebundenen Kosten in der Regel höher als bei anderen Heizsystemen. Die Umweltauswirkungen sind durch den höheren CO2-Ausstoß im Vergleich zu klimafreundlicheren Alternativen nicht außer Acht zu lassen. Zusätzlich können bei einer Ölheizung im Laufe der Zeit weitere Reparaturkosten anfallen. Außerdem ist eine regelmäßige Wartung des Öltanks erforderlich, um ein optimales Heizergebnis zu erzielen.

Bei der Entscheidung für eine Ölheizung sollten sowohl die Kosten als auch die Umweltaspekte und individuellen Bedürfnisse sorgfältig abgewogen werden. Die Ölheizung ist nach wie vor eine geeignete Option in bestimmten Fällen, etwa wenn Ihr Haus keinen Gasanschluss hat, es keinen Zugang zum Gasnetz in der Nähe gibt oder Sie eine Ölheizung betreiben, die älter als 20 Jahre ist. In solchen Situationen kann der Umstieg auf eine moderne Ölbrennwertheizung definitiv zu einer Reduzierung von Emissionen und Heizkosten führen. Durch die Kombination des Ölbrennwertkessels mit Solarthermie kann sogar noch mehr CO2 und Heizöl eingespart werden, da der Ölkessel dann nur noch ergänzend eingesetzt wird. Es ist jedoch wichtig anzumerken, dass in solchen Fällen eine Wärmepumpe möglicherweise die sinnvollere Alternative darstellen kann. Wärmepumpen sind kompakte Heizgeräte, die ideal für Sanierungsprojekte in bestehenden Gebäuden sind, da sie wenig Platz benötigen und eine geringe Installationskomplexität aufweisen. Im Betrieb stoßen Wärmepumpen zudem kein CO2 aus.

 

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