Den Ölpreis verstehen: Faktoren und Einflüsse einfach erklärt

Öl ist ein begehrter Rohstoff, der in der globalen Industrie eine bedeutende Rolle spielt und als eine der wertvollsten Ressourcen gilt. Gleichzeitig ist Öl jedoch auch sehr anfällig für geopolitische Ereignisse, was es zu einem äußerst sprunghaften Rohstoff macht. Da viele der weltweit größten Ölvorkommen in Ländern mit instabilen Verhältnissen zu finden sind, befindet sich der Ölpreis in einem Zustand, der ständigen Schwankungen ausgesetzt ist. Umso schwieriger ist es, den Ölpreis vorherzusagen. Um die Entwicklung des Ölpreises zu verstehen, ist es wichtig, das Verhältnis von Angebot und Nachfrage zu berücksichtigen. Wenn die Nachfrage steigt (unter der Voraussetzung, dass das Angebot konstant bleibt), steigt auch der Ölpreis. Im Gegenzug fällt der Preis, wenn das Angebot erhöht wird.

Der Ölpreis hat einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaft sowie auf den Alltag von Verbrauchern und Unternehmen weltweit. Für die Konsumenten beeinflusst er direkt die Preise für Kraftstoffe und Heizöl, was sich wiederum auf die Kosten für Transport, Mobilität und Energieversorgung auswirkt. Unternehmen, insbesondere in der Energie- und Transportbranche, sind direkt von den Ölpreisschwankungen betroffen, da sie die Preise für ihre Produkte und Dienstleistungen entsprechend anpassen müssen. 

So funktionieren Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt

Die unterschiedlichen Rohölsorten wie Brent und WTI haben verschiedene Preise, die hauptsächlich durch den Schwefelgehalt sowie die Energiedichte des Rohöls bestimmt werden und sich an den verschiedenen internationalen Ölbörsen bilden. Die jeweils aktuellen Ölpreise hängen außerdem stark von Angebot und Nachfrage ab und beeinflussen auch die Preise für Benzin und Diesel. Das Angebot bezieht sich auf die Menge an Öl, die von Produzenten und Ländern zur Verfügung gestellt wird. Es ist abhängig von Faktoren wie Ölförderung, Produktionskosten, politischen Entscheidungen, Kriegen, Naturkatastrophen und anderen Ereignissen, welche die Produktion und Verteilung von Heizöl beeinflussen können.

Die Nachfrage hingegen bezieht sich auf die Menge an Öl, die von Verbrauchern, Unternehmen und Ländern benötigt wird. Die Nachfrage wird von Faktoren wie Wirtschaftswachstum, Bevölkerungswachstum, politischen Entwicklungen und klimatischen Bedingungen beeinflusst. Wenn das Angebot knapp wird und die Nachfrage hoch bleibt, steigt der Heizölpreis. Ist das Angebot hoch und die Nachfrage gering, sinkt der Ölpreis. Deshalb kann sich bereits eine geringe Veränderung in einem der beiden Parameter direkt auf den Ölpreis auswirken.

Politische Faktoren 

Politische Entwicklungen spielen eine wichtige Rolle auf dem Ölmarkt und beeinflussen die preislichen Veränderungen tagtäglich, da viele der größten Ölproduzenten in Ländern mit instabilen politischen Verhältnissen operieren. So wirken auch in diesem Zusammenhang mehrere Faktoren auf den Ölpreis ein. Eine Lockerung von verhängten Sanktionen etwa kann das Angebot des Rohstoffs Öl erhöhen und somit den Ölpreis senken. Zudem können politische Entwicklungen auch von der Wirtschaftslage, Umweltbedingungen und Technologien beeinflusst werden, die ebenfalls Auswirkungen auf den Ölmarkt haben.

Beispielsweise hat sich der russische Ölexport vor allem in europäische Länder nach dem Überfall auf die Ukraine nicht zuletzt aufgrund von Sanktionen drastisch verringert. Die Europäische Union, die USA, Kanada, Japan und Norwegen haben Sanktionen gegen russisches Öl verhängt und einen Preisdeckel von 60 Dollar eingeführt. Als Reaktion darauf hat Russland zunächst Preisnachlässe gewährt und sein Öl zu vergünstigten Preisen an Länder wie China, die Türkei und insbesondere Indien geliefert. Durch derartige Umstände kann auch die aktuelle Lage am Markt beeinflusst werden, vor allem wenn es zu einer Knappheit kommt, die letztendlich immer zu Preisanstiegen führt.

Bestimmte politische Entscheidungen haben also einen exorbitanten Einfluss auf den Ölpreis. Sanktionen, politische Unruhen, Kriege oder auch Friedensverhandlungen können immer wieder neue, unvorhergesehene Schwankungen bewirken.

Wirtschaftliche Faktoren

Auch verschiedene wirtschaftliche Faktoren haben Einfluss auf die Ölpreisentwicklung. Ein wichtiger Punkt ist hierbei die globale Wirtschaftsentwicklung, da ein höheres Wirtschaftswachstum in der Regel auch eine höhere Nachfrage nach Öl zur Folge hat. Weitere Faktoren sind die Produktionskosten der Ölförderung sowie die Wechselkurse zwischen verschiedenen Währungen. Auch die Entscheidungen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und anderer wichtiger Ölfördernationen beeinflussen den Ölpreis und die weltweite Ölversorgung.

Wie sich die wirtschaftlichen Faktoren auf den Ölpreis auswirken können, zeigt zum Beispiel die globale Wirtschaftskrise im Jahr 2008. Aufgrund der rückläufigen Konjunktur sank damals die Nachfrage nach Rohöl, was zu einem Preisverfall führte. Gleichzeitig gab es aufgrund der Unsicherheit an den Finanzmärkten weniger Investitionen in die Ölförderung, was das Angebot verringerte und den Ölpreis stabilisierte.

Es besteht außerdem ein enger Zusammenhang zwischen der Ölpreisentwicklung und der Inflation. Da Öl ein wichtiger Rohstoff in vielen Bereichen der Wirtschaft ist, beeinflusst eine Veränderung des Ölpreises auch die Kosten für die Produktion und den Transport von Gütern. Steigt der Ölpreis, steigen auch die Produktionskosten und somit auch die Preise für Waren und Dienstleistungen, was letztendlich zu einer Inflation führen kann. Gleichzeitig können Veränderungen in der Inflation auch die Heizölpreise beeinflussen, da eine höhere Inflation die Nachfrage nach Öl beeinträchtigen und somit den Ölpreis senken kann.

Technologische Faktoren

Auch die Technologie hat einen Einfluss auf die Ölpreisentwicklung, da sie sowohl die Ölförderung als auch den Verbrauch prägt. Durch Fortschritte in der Explorationstechnologie und Bohrtechnik können Ölunternehmen beispielsweise effektiver nach Rohöl suchen, was zu einer Erhöhung des Angebots führen und somit die Ölpreise der verschiedenen Ölsorten senken kann. Auf der Verbraucherseite kann die Entwicklung von effizienteren Autos und erneuerbaren Energiequellen aber auch dazu beitragen, die Nachfrage nach Öl zu verringern und somit auch den Preis zu senken. Zudem kann eine Zunahme des technologischen Fortschritts in spezifischen Branchen zu einem erhöhten Energiebedarf und damit auch zu einem höheren Ölpreis führen.

Ein passendes Beispiel dafür, wie technologische Fortschritte den Ölpreis beeinflussen können, ist die Schieferöl-Revolution, die sich auf die technologisch bedingte Expansion der Schieferölindustrie in den USA seit Anfang der 2000er Jahre bezieht. Durch die Entwicklung neuer Technologien wie der horizontalen Bohrung und der hydraulischen Frakturierung konnte das Schiefergestein dort durchdrungen werden, um darin enthaltenes Öl zu gewinnen. Dies führte zu einer starken Zunahme der heimischen Ölförderung in den USA und einem Rückgang der Abhängigkeit von ausländischen Ölimporten. Diese Entwicklungen hatten auch Auswirkungen auf den globalen Ölmarkt, da auch hier wieder ein höheres Angebot an Öl den Preis drückt. Die Schieferöl-Revolution hat somit zu einem größeren Wettbewerb auf dem globalen Ölmarkt und zu einer veränderten Dynamik zwischen den verschiedenen Ölförderländern geführt.

Fazit: Wie wird sich der Ölpreis in Zukunft verändern?

Es ist kaum verwunderlich, dass es selbst Fachleuten mit viel Erfahrung schwerfällt, immer die richtigen Prognosen für die Heizölpreise zu treffen. Schließlich gibt es etliche Faktoren, die ihn beeinflussen. Angebot und Nachfrage, politische Entscheidungen und Konflikte, wirtschaftliche Faktoren wie Wachstum und Inflation, Technologien und Innovationen sowie Naturkatastrophen und saisonale Veränderungen müssen stets im Blick behalten werden, wenn es um die Entwicklung des Ölpreises geht. Die weltweite Nachfrage nach Öl steigt stetig, während die Verfügbarkeit begrenzt ist. Gerade aktuell beeinflussen politische Konflikte und Entscheidungen die Produktion und Lieferung von Öl und somit auch den Preis dafür stark. 

Etliche Ölpreis-Experten versuchen Prognosen für die zukünftigen Entwicklungen im Bereich Ölförderung und ihre Auswirkungen auf den Ölpreis zu treffen, liegen hierbei aber auch nicht immer richtig. Gerade jetzt beeinflussen viele schwer vorhersehbare Faktoren die Lage auf dem Markt. In den letzten Monaten ist aber ein deutlicher Anstieg der Ölpreise im Weltmarkt zu konstatieren. Befeuert werden die kurzfristigen Ölpreisspitzen durch den Russland-Ukraine-Konflikt und damit einhergehender Unsicherheiten der Ölversorgung. Es wird erwartet, dass der globale Energiebedarf weiterhin steigen wird, jedoch auch die Nachfrage nach erneuerbaren Energien zunimmt. Die Investitionen in erneuerbare Energien könnten dazu führen, dass die Nachfrage nach Öl in Zukunft sinkt und damit auch der Ölpreis verringert wird. Eine weitere Herausforderung für den Ölmarkt könnte die Umstellung auf alternative Antriebstechnologien wie Elektrofahrzeuge sein, die den Bedarf an fossilen Brennstoffen reduzieren werden.

Insgesamt ist die Zukunft des Ölmarktes unsicher. In jedem Fall wird er sich permanent an die Veränderungen der globalen Energiebedürfnisse anpassen müssen. Obwohl sich die Energiepreiskrise zuletzt entspannt hatte, können die geringeren Mengen Öl aufgrund des Ölembargos gegen Russland und der Förderkürzung der OPEC die Preise derzeit relativ hoch halten. Es lässt sich nicht pauschal sagen, ob Verbraucher jetzt Heizöl kaufen sollten. Wer noch Ölvorräte hat, kann noch eine Weile abwarten und die weitere Preisentwicklung beobachten. Umgekehrt können Sie als Verbraucher mit weniger Heizöl im Tank aktuell von niedrigeren Preisen profitieren. Möchten Sie eine genauere Beratung, können Sie sich jederzeit über unseren Kundendienst per Live-Chat, E-Mail oder telefonisch bei uns melden. Wir von EMOVA unterstützen Sie gerne!

 

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