Nach den Preisrückgängen im Frühsommer hat sich die Heizölpreis-Entwicklung in Deutschland inzwischen auf einem günstigen Spätsommerniveau eingependelt. In KW 35 (25.–29. August) bewegten sich die internationalen Rohölnotierungen in engen Spannen, und auch die Heizölpreise blieben ruhig. Geopolitische Risiken, vor allem der Krieg in der Ukraine und neue Spannungen um Iran, sorgten zwar für leichte Aufwärtssignale, doch ein erwartetes Überangebot im Herbst wirkt klar dämpfend. Das Ergebnis: Heizöl kostet hierzulande zum Wochenausklang rund 0,89 bis 0,90 Euro pro Liter – ein vergleichsweise günstiger Wert, der vielen Verbrauchern Planungssicherheit bietet.
Börsenwerte
- Brent-Rohöl notierte zum Wochenschluss bei rund 68,2 US-Dollar pro Barrel. Das entspricht einem leichten Plus von etwa 0,6 % im Wochenvergleich.
- WTI-Rohöl bewegte sich im Bereich von 63,3 bis 64,2 US-Dollar pro Barrel und lag damit rund 0,8 % über dem Stand der Vorwoche.
- Der für den Heizölmarkt besonders wichtige Gasölpreis notierte bei etwa 676 US-Dollar je Tonne und blieb damit nahezu unverändert gegenüber der Vorwoche.
- Der Eurokurs festigte sich im Verlauf der Woche leicht und lag am Freitagmorgen bei 1,168 US-Dollar. Für den europäischen Heizölmarkt bedeutet das eine gewisse Entlastung, da Öl in US-Dollar gehandelt wird und ein stärkerer Euro Importe verbilligt.
(Stand: 29.08.2025, 09:30 Uhr)
Hintergründe
- Russland–Ukraine-Konflikt:
Ukrainische Drohnenangriffe setzten im August rund 17 % der russischen Raffineriekapazitäten außer Betrieb, etwa 1,1 Mio. Barrel pro Tag. Russland konnte dadurch kurzfristig sogar mehr Rohöl exportieren, da die stillstehenden Raffinerien Mengen freigaben. Das strategische Terminal Ust-Luga bleibt jedoch stark eingeschränkt und läuft im September nur mit halber Kapazität. Diese Unsicherheiten halten den geopolitischen Risikoaufschlag am Markt hoch. -
US-Öllagerbestände und Zölle:
Die US-Energiebehörde EIA meldete für die Woche bis 23. August deutliche Lagerbestandsrückgänge: Rohöl −2,4 Mio. Barrel, Benzin −1,2 Mio. Barrel, Destillate −1,8 Mio. Barrel. Diese Daten stützten die Preise kurzfristig. Gleichzeitig trat am 27. August eine Verdoppelung der US-Zölle auf Importe aus Indien in Kraft, bis zu 50 % – als Reaktion auf Indiens anhaltende Käufe russischen Rohöls. Diese Maßnahme könnte das globale Wachstum bremsen und die Ölnachfrage dämpfen. -
Naher Osten:
Neue US-Sanktionen gegen iranische Ölnetzwerke und Tankerflotten halten den Markt in Spannung. Zwar gibt es bislang keine Angriffe auf Förderanlagen oder die Straße von Hormus, doch die Gefahr plötzlicher Angebotsausfälle bleibt. -
OPEC+ Förderpolitik:
OPEC+ und verbündete Staaten führen schrittweise wieder zusätzliche Mengen in den Markt zurück, nachdem freiwillige Kürzungen ausgelaufen sind. Zusammen mit der robusten US-Schieferölproduktion und neuen Offshore-Projekten in Brasilien erwarten Analysten ein deutliches Überangebot im Herbst. Prognosen sehen Brent im vierten Quartal sogar bei rund 63 USD pro Barrel. -
Geldpolitik & Märkte:
Die US-Notenbank signalisiert mögliche Zinssenkungen im Herbst. Ein schwächerer Dollar würde Öl für europäische Käufer günstiger machen. Gleichzeitig fielen die EU-CO2-Zertifikate Ende August auf 71,72 €/t – ein Rückgang, der die Raffineriemargen etwas entlastet.
Heizölpreis aktuell: günstiges Spätsommerniveau
Am deutschen Markt liegt der bundesweite Durchschnittspreis für Heizöl aktuell bei 0,89–0,90 €/L. Damit bewegen sich die Preise praktisch auf Vorwochenniveau (22.08.2025: 0,887 €/L) und nur knapp über dem Jahrestief aus dem Mai. Je nach Region und Anbieter liegen die Werte zwischen 0,88 und 0,90 €/L.
Für Verbraucher bedeutet das: Wer Heizöl bestellen muss, findet derzeit ein sehr attraktives Preisniveau vor. Wer noch über ausreichende Vorräte verfügt, kann die weitere Entwicklung beobachten – sollte jedoch berücksichtigen, dass geopolitische Faktoren jederzeit zu Impulsen führen können. Insgesamt überwiegen jedoch im Moment die Anzeichen für moderate Preise, gestützt durch zusätzliches OPEC+-Angebot und eine abkühlende Nachfrage.